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Konni

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Widder

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Sonntag, 4. Januar 2009, 22:17

Wie Vögel in Stuttgart über die kalte Jahreszeit kommen

Winterurlaub auf Mallor­ca?
Davon können wir bei eisigen Temperaturen oft nur träumen. Unsere gefiederten Freunde hingegen sind im Winter Stammgäste auf den Balearen, in Marokko oder Südafrika. Wenn hierzulande das Futter knapp wird, verschwinden sie gen Süden. Und vollbringen dabei Rekordleistungen.

„Berühmt ist eine Pfuhlschnepfe, die mit einem kleinen Sender ausge­stattet war und Nonstop von Alas­ka bis nach Neuseeland geflogen ist. 11.500 Kilometer, ganz ohne Pausen", erzählt Diplom-Biologe Michael Schmolz, stellvertretender Vorsitzender des Stuttgarter Na­turschutzbundes (Nabu). „Das ist einfach faszinierend." Auch der Knutt, ein Strandläufer, vollbringt beeindruckende Leistungen. Er fliegt ganze 6.000 Kilometer ohne Stopps, etwa von Sibirien ins norddeutsche Wattenmeer oder von Ostasien nach Australien. Pro hundert Kilometer verbraucht er etwa ein Gramm Fett. Nach seiner Reise wiegt er gerade noch halb so viel wie vorher.

Füttern sollte man Vögel erst bei Temperaturen unter Null Grad.
Die gefiederten Weltenbummler ha­ben es Michael Schmolz angetan. „Die meisten unser heimischen Vö­gel ziehen nur bis nach Spanien, Ita­lien oder Tunesien. Nicht primär we­gen der Kälte, sondern weil sie dort genügend Insekten finden", erklärt Schmolz. Aber längst nicht alle Vögel ziehen im Winter um. Denn mit dem Vogelzug ist es so eine Sache. „Wenn sich eine Amsel im Oktober Rich­tung Mittelmeer aufmacht, kann es sein, dass ihre Schwester einfach da bleibt", sagt Michael Schmolz. Wer wann wohin zieht, ist bei Vögeln ge­netisch festgelegt. Amseln gelten als Teilzieher, genauso wie Rotkehlchen oder Mönchsgrasmücken. „Das istein ausgeklügelter Mechanismus der Evolution. So ist sichergestellt, dass ein Teil der Population auf jeden Fall überlebt", weiß der Biologe. Denn sowohl die lange Reise in den Süden als auch der Winter in unseren Brei­ten bergen Gefahren.

So können die meisten Arten rela­tiv schnell auf veränderte Umwelt­bedingungen wie den Klimawandel reagieren. Und das tun sie. Noch vor einigen Jahren galt der Star als Früh­lingsbote, nun bleiben immer mehr Tiere hier. Vielleicht heißt es bald in einem bekannten Kinderlied: „Alle Vögel sind noch da, alle Vögel alle." Doch wer im Garten eine Amsel er­späht, kann nicht sicher sein, wen er vor sich hat. Es könnte auch eine Norwegerin sein, denn viele Vögel aus Skandinavien überwintern bei uns. Äußerlich sind sie kaum zu un­terscheiden - nur ein beringter Fuß kann Auskunft geben.
„Teichhühner haben sich an das Stadtleben in Stuttgart angepasst. Sie bauen ihre Nester in den Bäu­men statt im Schilf."
Aber wie kommen die Daheimbleiber durch den Winter, wenn es hier kaum Insekten gibt? Dafür haben Meisen und Co. einen Trick auf Lager: Sie stellen kurzerhand ihren Speiseplan um. Statt Insekten vertilgen sie Samen, Körner und Beeren. Und manch einer hat noch mehr in petto: Der Kleiber sammelt bereits im Herbst Bucheckern oder Haselnüsse und versteckt sie als Wintervorrat. Richtig gut hat es der heimische Fichtenkreuzschnabel. Er lebt erst im Winter richtig auf - für ihn beginnt die Brutzeit. Weil er sich auf Fichtenzapfen spezialisiert hat, gibt es für ihn genügend Nahrung. Auch gegen tiefe Temperaturen sind unsere Vögel gut gewappnet. Wenn sie sich aufplustern, wirken die Luft­polster zwischen ihren Federn wie eine natürliche Daunenjacke. Zaun- I könige tun sogar noch mehr. Sobald es empfindlich kalt wird, gründen sie kurzerhand eine „Schlaf-WG" mit einigen Artgenossen und ku­scheln sich in Spechthöhlen oder Nistkästen eng zusammen. Und was machen Wasservögel wenn es friert und sie wochenlang auf dem Eis herumlaufen müssen? Barfuß? Sie bekommen kalte Füße. Um den Wärmeverlust gering zu halten, sinkt die Temperatur ihrer Füße bis auf Null Grad ab. So können sie auch nicht auf dem Eis festfrieren.

An den Stuttgarter Seen lassen sich viele Wasservögel beobachten.
Der Liebling von Michael Schmolz ist das Teichhuhn. „Teichhühner haben sich an das Stadtleben angepasst. Sie bauen ihre Nester in den Bäumen statt im Schilf", berichtet er. Gegen das eiskalte Nass sind alle Wasser­vögel gut gewappnet, dank ihrer Bürzeldrüse. Mit dem fettigen Sekret aus dieser Drüse machen sie ihr Ge­fieder wind- und wasserdicht.

Bei so viel Anpassung stellt sich die Frage: Soll man Vögel im Winter überhaupt füttern? Experten ant­worten darauf mit einem klaren: Jein. „Der Natur ist damit nicht un­bedingt geholfen", meint Michael Schmolz. „Wichtiger wäre es, den Lebensraum der Vögel zu erhalten und Sträucher zu pflanzen." Garten­besitzer sollten Eberesche, Hagebut­te oder Weißdorn deshalb erst gegen Ende des Winters zurückschneiden. Dennoch ist auch der Vogelexperte nicht ganz gegen das Füttern. „Ge­rade für Kinder oder ältere Men­schen kann es eine schöne Sache sein." Nur sollte die Fütterei nicht überhand nehmen. Deshalb gilt: Erst füttern, wenn Schnee liegt oder die Temperaturen unter Null Grad sin­ken. Denn dann verbrauchen Wild­vögel viel Energie. In einer eiskalten Nacht können Meisen bis zu zehn Prozent ihres Gewichts verlieren.
Meisen zählen zu den Allesfressern, andere Vögel sind dagegen wähle­rischer. Rotkehlchen, Heckenbrau-nelle, Zaunkönig, Amsel und Star sind sogenannte Weichfutterfresser. Sie verputzen Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen oder Obst. Anders Finken oder Sperlinge - als Kör­nerfresser bevorzugen sie Sonnen­blumenkerne, Hanf, Mohn oder gehackte Nüsse. Gewürzte oder gesalzene Speisen bekommen den kleinen Piepmätzen allerdings nicht, genauso wenig wie Brot. Es kann im Magen aufquellen und „Bauch­schmerzen" verursachen.
Wasservögel lassen sich im Vogel­paradies Max-Eyth-See oder an den Bärenseen gut beobachten.
Von Vogelhäuschen sollten Vogel­freunde Abschied nehmen. „Sie sind sehr unhygienisch, weil die Vögel dort in das Futter koten und sich Krankheiten so schnell verbreiten können. Besser sind Futterglocken oder Silos ", erklärt Michael Schmolz. Schwäne, Enten oder Blesshühner müssen dagegen alleine klar kom­men. Denn im gesamten Stadtgebiet ist das Füttern von Wasservögeln verboten. Dafür lassen sie sich im Vogelparadies Max-Eyth-See oder an den Bärenseen gut beobachten. Auch in Stuttgarts Parkanlagen oder auf manchen Äckern gibt es im Win­ter viel zu sehen. Wer genau wissen will, welche Vögel er vor sich hat, kann sich auf Exkursion mit dem Nabu Stuttgart (Infos unter www. nabu-stuttgart.de) begeben und vie­len spannenden Vogelgeschichten

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