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Konni

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Widder

1

Montag, 15. September 2008, 21:53

TV - Tipp Abenteuer Wissen

ZDF
Mittwoch, 17.09.2008 22:15 - 22:45 Uhr
Abenteuer Wissen

Das Rätsel der Zugvögel - Anzeichen für den Klimawandel?
Jedes Jahr gehen weltweit 50 Milliarden Vögel auf die Reise. Sie pendeln
zwischen ihren Brutgebieten und den Winterquartieren. Doch ihr Verhalten gerät
zunehmend durcheinander. Sie verändern Zugrouten und -zeiten oder verbringen
die zunehmend milden Winter gleich ganz in ihrem Brutgebiet. Doch was ist die
Ursache für dieses rätselhafte Phänomen? Experten betrachten die Zugvögel als
Gradmesser des Klimawandels. Die Natur ist im Umbruch. Wie wirken sich der
veränderte Vogelzug und seine Folgen auf Tier- und Pflanzenwelt auf uns und
unser Leben aus?

Das Phänomen
Der Vogelzug hat sich verändert
An mehreren Stationen in Deutschland dokumentiert "Abenteuer Wissen", wie
sich das Zugverhalten der Vögel bereits verändert hat: Kraniche werden zur
Plage auf landwirtschaftlichen Flächen, weil sie ihren Zug nicht gen Süden
fortsetzen, sondern im milden Norddeutschland bleiben. Neue Arten wie der
Bienenfresser kommen aus dem Mittelmeerraum zu uns und schaffen es inzwischen, am
Rhein zu überwintern.

Auf der Vogelwarte Helgoland sind Forscher verwundert über das Ausbleiben
einiger gefiederter Wintergäste aus arktischen Breiten. Europaweit beobachten
Biologen, dass sich Zugrouten verändern und manche Vogelarten die mühselige
Reise gleich ganz ausfallen lassen.

Während sich Bauern und Fischer bereits Sorgen um ihre Erträge machen,
versuchen Wissenschaftler wie Prof. Ragnar Kinzelbach oder Ommo Hüpopp erst einmal
herauszufinden, ob sich die Natur nur kurzfristig oder auch nachhaltig
verändert und welche Konsequenzen das für unser Ökosystem hat. Dabei nutzen sie
sowohl jahrhundertealte Aufzeichnungen als auch modernste Radartechnik, um
Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Die Forschung
Was geht in den Vögeln vor?
Im weltweit einzigen Windkanal für Zugvögel erforschen Ornithologen, was
Menschen seit Jahrhunderten fasziniert: die unglaubliche Ausdauer und
Orientierungsleistung von Vögeln, die über tausend Kilometer zurücklegen, um an ihr
Ziel zu gelangen. Während man früher nur vom Boden aus staunend den Zug der
Vögel beobachten und kleinere Arten wie Rotkehlchen überhaupt nicht mit bloßem
Auge erkennen konnte, dienen heute hochauflösende Radaranlagen, Peilsender an
Storchenflügeln und der Windkanal im Seewesen am Starnberger See dazu, das
Verhalten der Tiere besser zu verstehen.

Wie regeln die Vögel ihren Energieverbrauch, welche Reize aus der Umwelt
nutzen sie als Zeichen zum Aufbruch oder als Wegweiser? Forscher wie Peter
Berthold hoffen so auch Ursachen für den veränderten Vogelzug ausmachen zu können.

Wie Rotkehlchen oder Mönchsgrasmücken trotz Nacht und Nebel nicht vom
richtigen Kurs abkommen, das war lange ein Rätsel. Doch nun kommen Biologen dem
geheimen inneren Kompass der Vögel auf die Spur. Abenteuer Wissen zeigt, welche
ausgeklügelten Experimente dazu nötig sind.

Die Folgen
Es geht um mehr als Fink und Star
In Norddeutschland legen Bauern bereits "Lockflächen" an, um im Herbst und
Frühjahr die Kraniche von ihrer Saat fernzuhalten. Imker fürchten, dass
zugewanderte Bienenfresser ihre Schützlinge dezimieren.

Die Veränderungen des Vogelzuges machen sich bereits bei Mensch und Natur
bemerkbar. Doch was wird noch folgen? Forscher wie Prof. Herbert Weissenböck
waren alarmiert, als in Österreich das West-Nil-Virus verheerend unter den
einheimischen Amseln wütete - eingeschleppt aus Afrika. Eine Krankheit, die
unter den normalen klimatischen Verhältnissen bei uns nicht hätte existieren
können.

Schnell wird in einem solchen Fall deutlich, wie wichtig die Funktion von
Vögeln als Insektenvertilger und Teil eines komplexen Ökosystems ist, an dessen
Ende der Mensch steht.

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