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Hänfling / Linnet
Illustration
Hänfling / Linnet / Linotte mélodieuse / Carduelis cannabina

Hänfling

Hänfling Männchen

Systematik

Klasse:

Vögel (Aves)

Ordnung:

Sperlingsvögel (Passeriformes)

Unterordnung:

Singvögel (Passeri)

Familie:

Finken (Fringillidae)

Unterfamilie:

Stieglitzartige (Carduelinae)

Gattung:

Zeisige (Carduelis)

Art: Bluthänfling (C. cannabina)
Gelegegrösse:
5-6
Brutdauer (Tage):
12-13
Nestlingsdauer:
12-14

Rote Liste 2003:

C3 nicht gefährdet

Hänfling
Hänfling Weibchen



Nest
Nest und Jungvögel




Die Verwandtschaft

Berghänfling / Twite
Der Berghängling - Hahn
(carduelis flavirostris)


Berghängling / Twite
Der Berghängling - Henne
(carduelis flavirostris)
Chart
Übersichtstafel

Der Bluthänfling ist in ganz Europa mit Ausnahme Nordskandinaviens verbreitet und bewohnt offene Plätze, Feldremisen, mit Buschwerk bewachsene Raine und Hänge, auch stark bewachsene Parkanlagen, Gärten und Friedhöfe. Sein Verbreitungsgebiet reicht im Osten bis nach Westsibirien und im Süden bis auf die Kanarischen Inseln. In Gebieten mit gemäßigtem Klima ist er ein Stand- und Strichvogel, die Bewohner nördlicher Gebiete ziehen zum Winter nach Süden. Im Winter halten sich die Bluthänflinge in kleinen Schwärmen beisammen, die sich oft Grünlingen, Goldammern und anderen samenfressenden Vögeln anschließen. Aber auch in dieser Zeit halten die einzelnen Paare fest zusammen. Im April suchen die Vögel ihren Brutplatz auf und beginnen sofort mit dem Bau ihres Nestes aus Halmen und Wurzeln, das innen mit Pflanzenwolle, Rosshaar usw. ausgepolstert ist und im dichten Gezweig von Nadelbäumen oder Sträuchern, gewöhnlich l bis 2 m über dem Boden, seltener auch im Brombeergestrüpp, liegt.
11 bis 14 Tage lang brüten das Weibchen auf ihren 5 bis 6 Eiern. Die Eltern füttern die Jungen mit zerkleinerten und im Kröpf vorverdauten Samenkörnern. Auch die erwachsenen Vögel ernähren sich vorwiegend von Pflanzensamen, z. B. von Löwenzahn, Knöterich und Disteln, sie fressen aber auch grüne Triebe, in wenigen Ausnahmefällen auch Insekten.

Länge:13cm Das Weibchen hat an der Brust und am Scheitel nur wenig oder gar kein Rot Lockruf: „gack gackgack"
Gesang:
lautstarke Flötentöne und von anderen Vögeln abgelauschte Laute
Eiergröße: 14,7 bis 22,2 x 11,2 bis 14,9 mm

Wegen seines anhaltenden, zwitschernden Gesangs hielt man den Hänfling - auch Bluthänfling genannt - früher gern in Käfigen. Das Männchen, dessen Brust karminrot gefärbt ist, singt seine Melodiefolge meist von einem erhöhten Platz auf einem Baum oder Busch aus, manchmal auch im wellenförmigen Flug. Sein Flugruf ist ein metallisch klingendes Geckern. Manchmal ist auch sein Warnruf "tsuit" zu hören. Bei der Balz lässt das Männchen eine Reihe von tiefen Lockrufen ertönen. Mit hängenden Flügeln und gefächertem Schwanz schüttelt es dabei aufgeregt sein Gefieder. Die geselligen Hänflinge singen sogar im Chor und nisten oft in lockeren Kolonien. Im Herbst fallen sie zusammen mit anderen Finken manchmal zu Hunderten in Stoppelfelder, Äcker und Wiesen, in Brachland und in Kiesgruben ein, um dort nach Nahrung zu suchen. Zum Nisten bevorzugen sie Gelände mit viel niedrigem Buschwerk, häufig Hecken, Baumschulen, Rebberge, Parks, oft auch Friedhöfe und grosse Gärten. Man trifft sie aber auch im Gebirge in der Übergangszone vom geschlossenen Wald zum Zwergstrauchgürtel. Neben den Grünfinken sind die Hänflinge unter unseren Körnerfressern am deutlichsten an pflanzliche Nahrung gebunden.

Zucht und Haltung:
Um den Bluthänfling erfolgreich zu züchten sollte er entweder paarweise in einer geräumigenGemeinschaftsvoliere oder in einer einzelnen Voliere die mindestens die folgenden Masse: 2 m Tiefe , 2 m Höhe und 1,2 m Breite aufweist, gehalten werden. Die Voliere sollte etwa zur Hälfte, Wind und Regenschutz und an heissen Tagen, Schatten bieten. Im geschützten Bereich sollte man eine Nistgelegenheit in Form eines Kanariennistkörbchens, Ginstertaschen oder eines Sabel´schen Nistklotzes anbringen, damit die Vögel sich noch sicherer fühlen, sollte reichlich Immergrün angebracht werden, das Nest aber so anbringen das eine Kontrolle und spätere Beringung der Jungvögel unkompliziert möglich ist. Als Nistmaterial gebe ich kurzes Rosshaar, Sisal.- und Kokosfasern. Pflanzenwolle von Distel oder Löwenzahn. Verträgt sich das Paar, wird es bald mit der Balz, Paarung und dann mit dem Nestbau und der Eiablage beginnen. Nach ca. 12 Tagen schlüpfen dann die Jungen. Die Eltern sollten schon vorher mit frischen Wildsämereien versorgt werden. Ich gebe dieser Finkenart halbreife Sämereien von: Löwenzahn, kleiner Sauerampfer, reichlich Vogelmiere, kleiner Wiesenknopf, Gänsedistel, Spitzwegerich, Raps. Vergissmeinnicht und Vogelknöterich. Man kann auch gerne angekeimte Sämereien wie roter Rübsen geben, dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass dies nicht säuert! Meine Bluthänflinge nahmen nie oder kaum tierische Nahrung zu sich, aber man kann es gerne mit grünen Blattläusen versuchen. Mehlwürmer oder Pinkys würde ich bei dieser Art nicht empfehlen, wobei ich sie, in einer Gemeinschaftsvoliere mit Stieglitzen zusammen gehalten, nie sah die dort angebotene tierische Nahrung aufzunehmen. Die Jungvögel werden meist ab dem 5. Tag auch vom Männchen direkt gefüttert, da das Weibchen nun das Nest auch öfters verlässt, vorher wurde es von Hahn gut versorgt und hatte das Nest nur zur Kotablage und trinken verlassen. Die Beringung erfolgt mit geschlossen BNA Ringen und sollte am 5.-6. Tag nach dem Schlüpfen erfolgen. Wer den Vögeln die Möglichkeit einer natürliche Paarbildung, somit einen noch besseren Zuchterfolg, geben möchte, sollte die Zuchttiere im Herbst in einer Gemeinschaftsvoliere halten und evtl. mit Farbringen markieren, damit man zum Frühjahr hin, die sich gefundenen Paare schnell auseinanderhalten kann. Im Herbst und an sehr kalten Wintertagen kann die Futtermischung ruhig etwas mehr fetthaltige Sämereien enthalten (Hanf, kleine Sonnenblumenkerne) diese sollten aber zum Frühjahr wieder stark reduziert werden, da die Vögel sonst fett werden und somit kaum zur Zucht schreiten. Werden die Vögel in einer Vogelstube überwintert sollte diese auf keinen Fall geheizt sein, um zu verhindern, dass, das Trinkwasser eingefriert bitte beheizbare Trinkautomaten aufstellen.

 

7-9 Millionen Brutpaare überall in Europa vereinzelt bis in die schottischen Highlands und das nördliche Scandinavien.

Population: in Deutschland 380.000 - 830.000,
stark abnehmend

Quelle ©BirdGuides 2001 und NABU



Verbreitungsgebiet des Haenfling
 

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